Schöne Aussicht vom Hell of Coromandel - und nein, das war kein Freudscher Versprecher... Wir sind hier auch noch lange nicht oben.

Schlitzaugenheidi versus the Hills of Coromandel

…oder eine leichte Radtour rund um die Coromandel Halbinsel…eher nicht

16.01.-20.01.15
Marco hatte sich noch in Australien einen Lonely Planet Reiseführer für Radwanderungen in Neuseeland gekauft und so starteten wir nach wenigen Eingewöhnungs- und Vorbereitungstagen in Auckland nach Thames, dem Startpunkt unserer Tandemtour.

Wir hatten uns für die Coromandel Halbinsel entschieden, da diese nicht zu weit von Auckland entfernt war und die Radtour mit ein paar wenigen Hügeln locker und leicht befahrbar erschien. Die Realität sah aber mal wieder „etwas“ anders aus.

Tag 1: Thames nach Coromandel – ca. 55,5 km
Leider wurde im Reiseführer kein Höhenprofil für den 1. Tag abgebildet, von den Beschreibungen wussten wir nur, dass die ersten 30 km wellenartig an der Küste verlaufen und am Ende 2 Hügel auf uns warten sollten. Die Strecke an der Küste war wie erwartet superschön. Meine Vorstellung von dem Verkehr war vorher jedoch eine ganz andere. Ich hatte zuvor immer gedacht, dass es in Neuseeland mehr Schafe gibt als Menschen und wir auf unserer Radtour kaum einer Menschenseele begegnen würden. Aber wieder mal hatten wir uns den falschen Monat ausgesucht und natürlich ist für die Coromandel Halbinsel der Januar die Haupturlaubssaison und so fuhren permanent Autos an uns vorbei und wir mussten aufpassen, dass wir von diesen nicht von der Straße gerammt wurden. Da jedes 3. Auto ein Boot hinter sich her zog, bekamen wir schnell den Eindruck, dass jeder Neuseeländer ein Boot besitzen musste.

Nach 30 km fing das Elend jedoch erst so richtig an. Der Hügel erwies sich eher als Berg, der einfach nicht mehr aufhören wollte, und dachte man, man ist am Ende und jetzt geht es runter, wurde man eines besseren belehrt. Nach wenigen kurzen Abfahrten ging es wieder bergauf und immer weiter und weiter. Nach der lang ersehnten Abfahrt und der großen Hoffnung nun endlich Coromandel zu erreichen, wurden wir ein weiteres Mal desillusioniert. Wir hatten gehofft, dass wir den 2. Hügel bereits hinter uns hatten, aber leider hatten wir uns geirrt und der 2. Berg stand uns noch bevor. Obwohl dieser nicht ganz so hoch war wie der Erste, war er noch wesentlich steiler, so dass wir bei einer Extrempassage sogar schieben mussten (bzw. Marco schob und ich bin total fertig hinter her getrottet). Völlig erschöpft und desillusioniert kamen wir letztendlich am Zeltplatz in Coromandel an.
Fazit: ca. 4h 23m Fahrtzeit ohne Pausen, 1242 Höhenmeter aufwärts – und Marco und ich total am Ende.

Tag 2: Coromandel nach Whitianga – ca. 46 km
Der 2. Tag fing leider ebenso an wie der 1. Tag aufgehört hatte, mit einem sehr steilen Berg. Für den 2. Tag hatten wir aus dem Reiseführer ein grobes Höhenprofil, so dass wir zumindest wussten, dass der Anfang hart werden würde. Der Berg war noch steiler als der Kleine am Vortag, so dass wir auch hier kurz schieben mussten. Danach wurde es zwar etwas leichter, aber den einen oder anderen Hügel mussten wir trotzdem noch bewältigen. Erschöpft überlegten wir, ob ein Tandem mit 40kg Gepäck und 200kg, die man insgesamt hoch quälen muss, für Bergetappen nicht doch die ungünstigste Version des Radwanderns darstellt und nicht 2 separate Räder besser gewesen wären.
Fazit: ca. 4 Std. 8 Min. Fahrtzeit ohne Pausen, 1565 Höhenmeter aufwärts – immer noch total fertig

Tag 3: Whitianga nach Tairua – ca. 29 km
Vor der Tour erschienen uns 29km lächerlich, da wir in Asien im Schnitt immer 100km am Tag gefahren sind und das bei über 40 Grad. Morgens vor Fahrtantritt freuten wir uns jedoch wie kleine Kinder auf die kurze Etappe. Obwohl die Strecke auf dem groben Höhenprofil weitestgehend flach aussah, gab es zwischendurch immer wieder ein paar Hügel. Dieses Mal waren es aber auch wirklich Hügel, so dass wir diese gut befahren konnten und zudem endlich die schöne Aussicht bewundern konnten.
Fazit: ca. 1 Std. 54 Min. Fahrtzeit ohne Pausen, 639 Höhenmeter aufwärts – ja, so hatten wir uns es vorgestellt :)

Tag 4: Tairua nach Whatamanga – ca. 35 km
Ein weiterer entspannter Radtag: kleine Hügelchen, ein etwas größerer in der Mitte und traumhafte Aussicht. Am Ende gab es für uns sogar noch eine richtig gute Espressobar und mehr brauchten wir, vor allem Marco, nicht zum glücklich sein ;) Leider gab es in Whatamanga selbst keinen Zeltplatz, so dass wir kurzfristig auf ein sehr charmantes und liebevoll geführtes Bed and Breakfast ausweichen mussten.
Fazit: ca. 2 Std. 8 Min. Fahrtzeit ohne Pausen, 639 Höhenmeter aufwärts – so macht die Tour richtig Spass

Tag 5: Whatamanga nach Thames – ca. 85,5 km
Unsere B’n’B-Gastgeber rieten uns ab Waihi den Hauruki Rail Trail zu nehmen, so dass wir nicht mehr auf der Straße fahren mussten. Zudem gaben sie uns noch den tollen Tipp in Waihi die German Bakery für eine Mittagspause aufzusuchen, wo wir auch endlich ordentliches deutsches Graubrot kaufen konnten. Bis Paeroa war die Strecke ganz angenehm zu fahren, die letzten 30km bis nach Thames führte der Weg jedoch über diverse Viehweiden und wir mussten alle paar Meter mühsam Viehgatter umrunden. Hier trafen wir das erste Mal auf andere Radwanderer, ein Paar war sogar ebenso wie wir auf einem Tandem unterwegs. Landschaftlich waren die letzten KM im Vergleich zum Rest leider eher langweilig.
Fazit: ca. 5 Std. 37 Min. Fahrtzeit ohne Pausen, 1426 Höhenmeter aufwärts – kein so krönender Abschluss für die Tour

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Was Schlitzaugenheidi mag:
Obwohl die Tour mega-anstrengend war, bin ich stolz darauf sie geschafft zu haben.

Was Schlitzaugenheidi nicht mag:
Die ersten 2 Tag sind wir immer wieder einer Gruppe von etwas älteren Radwanderern begegnet, die uns ohne Gepäck immer lockig flockig überholt hatten. Bei der 1. gemeinsamen Pause hatten wir jedoch festgestellt, dass die Truppe einen Minibus als Begleitfahrzeug dabei hatte, der das ganze Gepäck transportierte und in das man sich etappenweise setzten konnte, wenn man müde war, was einige rege genutzt hatten.
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